Die Entstehungsgeschichte von Faltenfillern / der Botox®spritze

Faltenfiller

chemischer Aufbau von Hyaluronsäure

Seit etwa Anfang der 90ziger Jahre des letzten Jahrhunderts werden Faltenfiller gegen Falten eingesetzt. Zunächst waren es tierische Kollagene, die zur Anwendung kamen. Doch die Allergierate war hierbei leider recht hoch. Später entdeckte man die guten Eigenschaften der natürlichen Hyaluronsäure. Diese wurde zunächst aus Hahnenkämmen gewonnen. Da dies ein tierisches Produkt war, kam es auch hierbei hin und wieder zu allergischen Reaktionen auf die eingespritzte Substanz. Inzwischen aber hat es die medizinische Forschung geschafft, die Hyaluronsäure biotechnologisch herzustellen. Sie ist dadurch der menschlichen Hyaluronsäure absolut naturidentisch. Allergien sind daher verschwindend selten geworden. Darum ist auch vor der Anwendung gegen Falten eine Allergietestung nicht mehr notwendig.

Botox®spritze

Botulinumtoxin zuerst in verdorbenen Wurstwaren entdeckt

Die Wirkung des Naturstoffes Botulinumtoxin und seine Wirkweise sind in der Medizin schon länger bekannt. Das Wort "Botulinumtoxin" stammt aus dem Lateinischen: "Botulus" heißt dort "Wurst". Dieses Wort wurde gewählt, da man Botulinumtoxin zuerst in verdorbenen Wurstwaren entdeckte. Eine erste genauere Beschreibung von Vergiftungserscheinungen nach Verzehr solcher verdorbenen Würste erfolgte durch den Baden Württembergischen Amtsarzt  Dr. Justinus Christian Kerner im Jahre 1817. Später fand man dann, daß ein Bakterium die Ursache dafür ist und benannte dieses Bakterium schließlich Clostridium botulinum. Erst 1949 wurde erforscht, daß die Wirkung von Botulinumtoxin durch eine präsynaptische Acetylcholin-Hemmung bedingt ist .Es dauerte wieder einige Zeit, bis 1981 Dr. Alan Scott erkannte, daß dieses Botulinomtoxin auch einen therapeutischen Nutzen haben kann. Er spritzte schielenden Patienten winzige Mengen davon in bestimmte Augenmuskeln. Die Augenmuskeln entspannten sich und das Schielen ging so zurück. Dies war die Initialzündung für viele weitere erfolgreiche Anwendungen von Botulinumtoxin, um verkrampfte Muskeln zu entspannen. Es wurde eingeführt zur Behandlung von: Blepharospasmus (Augenlidkrämpfen), Torticollis (krampfhafter Schiefhals), hemifazialer Spasmus (Gesichtsmuskelkrämpfe). Auch Verkrampfungen des Kehlkopfes wurden bald damit erfolgreich behandelt. Bald fand man auch, daß Botulinumtoxin durch Entspannung von Schweißdrüsenmuskeln zu einer Drosselung der Schweißproduktion genutzt werden kann - eine große Hilfe für Patienten mit Hyperhidrose (vermehrtem Schwitzen)!

Etwa ab 1988 wurde dann schließlich die Botox®spritze auch zur kosmetischen Behandlung gegen Falten eingesetzt, und das mit Erfolg. Inzwischen existieren in vielen Ländern (auch in Deutschland) für mehrere solcher Präparate gesundheitsbehördliche Zulassungen zum kosmetischen Einsatz gegen falten .